… und spielt Muse.

Schreibt mir als Kommentar 5 Worte und ich versuche eine Kurzgeschichte zu erfinden. Ich versuche dabei immer etwas überraschendes zu schreiben und nicht die naheliegensten Assoziationen zu bedienen. Natürlich sollten die Worte weder rassistischer noch pornographischer Natur sein.
Ich freue mich auf eure Eingebungen.

Nebenan im Menü findet ihr schon die vorhandenen Fingerübungen, wenn euch eine davon gefällt, würde ich mich sehr über einen Kommentar freuen.

die aktuellen Musenworte sind von Solifera:
Medizin, Schmetterling, Kekse, Klavier, Salz

die neuste Fingerübung heißt “Was gegen Möchtegernhexen hilft und 9 weitere hilfreiche Tips eine richtige Hexe zu werden„ (Dank an die Muse Karfie)

-es sind noch 15 offene 5-Wort-Inspirationen
(wenn ich richtig gezählt habe, sorry, aber die Geschichten werden immer länger und ich schreibe ja noch anderes – aber ich schreib so schnell ich kann.)
Ich scheine aufzuholen *g*

Normalerweise lasse ich mich nicht leicht davon beeinflussen, wenn ein Buch von allen Seiten gelobt wird. „Die Insel der besonderen Kinder“ von Ransom Riggs ging durch diverse Onlineportale und Literaturblogs, man schrieb über das schöne Cover, die Fotos und die spannenden Story, es war, so mein Eindruck etwas Besonderes. Meiner Meinung nach ist das Cover mit dem schwarz – grün Kontrast nicht unbedingt schön, jedoch sehr auffällig und es machte mich neugierig, schön dagegen sind die alten Fotos der „besonderen“ Kinder, die im Buch zu finden sind.

Vielleicht war es das Wort „besonders“ im Titel, was mich irrationaler Weise verführte, auf jeden Fall waren es die Fotos, deren Geheimnisse ich zu entdecken hoffte und ein wenig war es das düstere Cover, welches ein schauriges Lesevergnügen versprach. Ich wollte das Buch lesen, gleich und nicht, wie sonst, nachdem sich das emotionale Gruppenkuscheln gelegt hat, nachdem kritische Rezensionen die rosarote Brille zurecht gerückt hätten.

Deshalb gibt es das Fazit gleich zuerst: Ich bin enttäuscht.
Ich fürchte, ich hatte zu hohe Erwartungen, die nicht erfüllt wurden und ich fürchte, dass die Ernüchterung meine Buchbesprechung überschattet. Das lässt sich nicht vermeiden, ich bin chaotisch kreativ. Meine Meinung ist subjektiv. Aber ich hab euch wenigstens gewarnt.
:)

Wie der Klappentext und auch die Leseprobe versprachen, beginnt das Buch mystisch und sehr spannend. Jacob erzählt von seinem Großvater Abraham, von dessen Märchen über fantastische Reisen, die Insel mit den besonderen Kindern und über Monster. Während Jacob älter wird und sein Großvater seniler, verliert Jacob den Glauben an die Geschichten, die ihn in seiner Jugend so begeistert hatten. Doch als Abraham ermordet wird, sieht Jacob sie mit eigenen Augen. Die Monster!
Und er muss versprechen die Insel zu finden. Die Insel von der er glaubt, dass sie nur in der Fantasie seines Großvaters existiert.

In den Monaten nach dem Tod seines Großvaters versinkt Jakob in Depressionen, denn er erfährt am eigenen Leib, dass niemand ihm Glauben schenkt. Und auch seine Suche nach der Insel der besonderen Kinder erscheint ausweglos, bis er einen alten Brief findet, dessen Absender die Schulleiterin Miss Peregrine ist, Cairnholm Island, Cymru UK.

Auf der Insel findet er ein Waisenhaus. Es ist verlassen, zerbombt und völlig zerfallen. Doch was als Ende einer Suche erscheint, entwickelt sich zu dem Anfang eines gefährlichen Abenteuers.

Für Jacob und die besonderen Kinder ist es tatsächlich ein gefährliches Abenteuer, denn auch die Monster sind auf der Insel, aber obwohl ich die Handlung bis zu dieser Stelle durchaus interessant fand, wird es nun langatmig und teilweise für mich auch unlogisch. Vielleicht wollte ich einfach mehr über die Kinder und ihre fantastischen Begabungen erfahren, doch es bleibt vor allem die Geschichte von Jacob und die der Monster. Besonders die Idee um die Mörder von Jacobs Großvater hat mich nicht überzeugt und das Element Zeitreisen war dann doch einfach zu viel.

Ransom Riggs schafft es nicht bei mir mit seinen Worten Atmosphäre zu schaffen. Mir fehlt das Zauberhafte, die Magie der Worte, das Besondere.

Bei der Aufmachung des Buches hat man sich jedoch sehr viel Mühe gegeben. Innen ist das Buch einer alten Tapete nachempfunden. Auch die Seiten, welche die Kapitel voneinander trennen, haben diesen schönen alten Druck. Und dann sind da natürlich noch die Fotos, 43 kleine Kostbarkeiten im Buch verteilt. Es macht wirklich Spaß im Buch herum zu blättern. Eine Geschichte auf die ausgefallene Fotos aufzubauen, war eine wunderbare Idee und diese Geschichte hätte ich gern gelesen.

“Ein guter Roman verrät uns die Wahrheit über den Romanhelden. Ein schlechter Roman verrät uns die Wahrheit über den Romanautor.”
Chesterton

Ich wurde gewarnt. In seinem Buch würden, laut Autor, keine “verlangende Blicke über die muskulösen, sonnengebräunten Körper von geheimnisvollen Fremden gleiten“.

Sehr gut, ich beschwere mich ja sonst immer über dieses manchmal schon mehr als erotische Geschwafel, dass sich in einem Teilbereich des Genre der Fantasy immer mehr zu verbreiten scheint. Doch er hatte mit der Beschreibung, Hapu würde keine sonderlich romantische Ader besitzen, mehr als nur untertrieben.

Die Hauptfigur des Erstlings von Michael Zandt ist zynisch, unangepasst und neigt zu Gewaltausbrüchen. Auch wenn ich Zynismus lieber zusammen mit ein wenig Humor genieße, das macht es weniger staubig, amüsierte mich Hapus Sturkopf und die erfrischende Gleichgültigkeit gegenüber der Meinung anderer. Leider gleitet diese Gleichgültigkeit im Verlauf der Geschichte hin und wieder in eine Bitterkeit ab, die mir schwer im Magen lag.
Aber es ist auch nicht leicht, als Asartu in der Welt der Menschen.

Was eine Asartu ist?

Während die Menschen nach Gottes Ebenbild geschaffen wurden, so erschuf Luzifer die Asartu nach dem seinem. Sie sollten die Menschen und das Universum in seinem Namen erobern, doch dies scheiterte, „nicht zuletzt daran, dass die Menschen es in Sachen Heimtücke und Grausamkeit ohne weiteres mit ihren teuflischen Feinden aufnehmen konnte.“ (S.269 Anhang „Hapu“)

Menschen und Asartu teilen sich also die Welt und leben weitestgehend friedlich nebeneinander her. Hapu versucht ihr wildes Ich in der angepassten Gesellschaft der deutschen Asartu unter Kontrolle zu bringen, das Leben irgendwie zu meistern. Das gelingt nicht besonders gut. Als das Oberhaupt der deutschen Asartu-Gemeinschaft stirbt, beginnt eine Reise, welche die junge Frau sowohl in ihre eigenen düsteren Abgründe bringt, als auch in die Strudel politischer und höllischer Ambitionen.

Was für eine spannende Idee, auf die Herr Zandt da gekommen ist. Der besondere Kitzel entsteht, wenn man liest, wie sich seine Welt in die unsrige mischt, zB. wenn Hapu von ihren Lieblingsrouten zum Motoradfahren in den Serpentinen der schwäbischen Alp schwärmt oder sich ihr Weiberfanclub auf das nächste Spiel ihres Fußballvereins vorbereite.

Für seine neue Rasse und die dazugehörige Religion nutzt Zandt eine interessante Mischung verschiedener Aspekte anderer Religionen, zB. den ägyptischen Mystizismus und ein bisschen aus Judentum und Islam. Der praktizierte Satanismus wirkt wie ein Spiegelbild unseres Christentum, das sowohl wahren Glauben als auch Fanatismus birgt.

Die Idee hat mich also begeistert, aber leider funktionierte das Buch im Ganzen trotzdem nicht für mich. Man merkt dem Buch die Hingabe des Autors für Hapus Welt an, es ist wirklich Zandts Stärke, wie er mit großen und kleinen Episoden die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fantasy verwischt. Aber das genau ist auch die Schwäche. Mir fehlte ein konsequenter Spannungsbogen und eine homogene Erzählstruktur. Mir kommt es so vor, als wollte der Autor mir unbedingt die vielen tollen Einfälle erzählen, die ihm selbst gefallen haben. Dabei schwingt die Spannung auf und ab. Teilweise wird ein großer Teil der Handlung von Hapu zusammenfassend erzählt, zum Teil verliert er sich in der Beschreibung von einzelnen Momenten. Immer wenn ich dachte, dass wir jetzt die Einführungsphase hinter uns haben und es gerade spannend wird, lese ich wieder nur eine zusammenfassende Beschreibung folgender Ereignisse und dann eine weitere clevere Episode der verknüpften Welten, zB das Militärwesen oder die Bürokratie vom Kemet, der Heitmatinsel der Asartu.

Es ist kein schlechtes Buch, doch ich glaube, es wäre gut für die Geschichte gewesen, wenn Michael Zandt sich etwas zurück genommen hätte und es mehr um Hapus Sichtweise und Entwicklung gegangen wäre.

Michael Zandt

Michael Zandt

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Candela Verlag

Diese letzte Nacht…

31. Dez 2011

In der letzten Nacht, die noch ganz dir gehört, verabschiede ich mich von dir in aller Stille.

Auch wenn es so wirkt, als hätte sich nichts verändert, trage ich deine Spuren doch in mir. Die Entscheidungen, zu denen du mich gezwungen hast, werden mich begleiten, in das kommende Jahr und die darauf folgenden.

Du warst mir ein gleichwertiger Gegner, denn mit dir war ich tapfer.

Du warst mir eine Herausforderung, denn mit dir war ich stark.

Du warst mir ein Freund, denn mit dir war ich glücklich.

Ich werde dich nicht aufhalten, mein alter Freund. Du musst gehen, ich weiß. Und morgen werde ich mit buntem Salut den Himmel bemalen und dir ein letztes Lachen schenken. Ich werde nicht den Abschied betrauern, sondern feiern, dass ich die Zeit mit dir genutzt habe.

Leb wohl, mein Freund, du warst ein gutes Jahr, Danke 2011.

Frohes Neues Jahr 2012
wünscht
eure  Wortsplitter

*

Wir leben in einer Zeit, in der es schon im September Weihnachtsgebäck gibt, wo die Werbung uns weismachen will, dass es allein die Geschenke sind, die zählen, in welcher mehr und mehr Menschen kaum genug Geld haben ihren Kindern eine kleine Freude zu machen, in der die Kirche um das Vertrauen ringen muss und so kaum mehr Zeit hat, die wahre Geschichte um die Geburt Christus zu erzählen und was das Weihnachtsfest eigentlich mal für eine Bedeutung hatte, in der die Finanzkrise Gefühlskälte verbreitet anstatt dass wir uns in hohem Schnee beim Schneemann bauen Frostbeulen holen und in der viele Menschen verlernt haben, sich hin und wieder auch mal Ruhe zu gönnen.
Kein Wunder, dass ich dieses Jahr immer wieder höre, dass die richtige Weihnachtsstimmung nicht aufkommen mag .

Aber Weihnachtsstimmung ist nichts, auf dass man wartet, was einem gegeben wird, sondern man muss sich dafür öffnen.  Man findet sie beim Singen auf dem Weihnachtsmarkt oder mit der Familie, beim Plätzchenbacken für Freunde, beim Basteln von Geschenken. Platzangst in überfüllten und schlecht belüfteten Geschäften, hektische Parkplatzsuche und der bittere Blick in den leeren Geldbeutel sind Stimmungkiller. Besinnlichkeit ist ein Gefühl, welches schüchtern in der Ecke steht, bis man es zu sich bittet, in einem Stillen Moment.

Dabei ist es egal, ob man Christ ist oder Atheist. Es ist wichtig sich in den dunklen Monaten daran zu erinnern, dass wir Menschen für einander da sind. Dass wir uns daran erinnern, wie schön es ist, wenn wir anderen eine Freude tun, wie heilsam das Lachen eines Freundes ist, wie warm die Umarmung eines Menschens ist, den wir lieben. Denn auch wenn die Dunkelheit des Winters durch elektrisches Licht erhellt wurde und auch wenn wir immer seltener erleben, was es bedeutet richtig eingeschneit zu sein, habe ich das Gefühl, dass da eine andere Kälte herrscht, eine neue Art der Dunkelheit, die sich über den Winter hinaus ausbreitet.

Weihnachten ist die Erinnerung daran, dass wir Menschen ohne einander erfrieren.

Ich hab euch lieb. Frohes Fest.

eure Wortsplitter

Bin ich jetzt Autor?

17. Dez 2011

Heute kam es! Mein Buch…

Also nicht meins allein. Wenn ihr euch erinnert, ich habe letztes Jahr bei einem Schreibwettbewerb von Epidu teilgenommen. Und weil ihr alle so schön für mich gevotet hattet, gehörte meine Kurzgeschichte zu den 10 Gewinnerstories, die in die Anthologie durften.

Lange musste ich auf das Buch warten, aber nun hab ich wirklich eine Ausgabe in den Händen. Ein echtes Buch mit meinem Namen drin. Wollt ihr einen Beweis? Kuckt mal hier:

Und sie macht sich doch ganz schick meine Kurzgeschichte, oder?

Scheint, als fühlt sie sich zwischen den anderen ganz wohl und ich muss sagen, dass ich ehrlich stolz darauf bin.

2011 bin ich nicht allzu oft zum Schreiben gekommen, wie ihr bestimmt gemerkt habt. Andere Dinge beschäftigten mich und ließen nicht so viel Platz in meinem Kopf übrig.
Aber es war ein tolles Jahr ingesamt.
Ich hab ein paar Kilos verloren, mehr Sport gemacht, als in den letzten 5 Jahren zusammen (darauf bin ich fast so stolz, wie auf mein *hach* mein Buch), es gab trotz allem die ein oder andere neue Fingerübung, meine kleine Geschichte „Königin der Nacht“ wurde in die bibliothèque des vampires aufgenommen, Beatrix von Global Talk und ich erschufen zusammen die erste Global Talk Gazette und ich hoffe, dass wir nächstes Jahr beide wieder mehr Zeit finden für dieses Projekt. Ausserdem bekam ich die Möglichkeit an einem anderen intessanten Online Magazin zu arbeiten. Das „Vampire Magic Magazin“ ist eine tolle Mischung aus Musik, Bücher und Livestyle, nicht nur für Vampire, die etwas auf sich halten, sondern für jedes Wesen der Nacht. Mein Mann und ich feierten dieses Jahr den 10.! (ja auch darauf bin ich stolz, aber wie vieles, was ich dieses Jahr geschafft habe, ist das hier offenkundig nicht nur mein Verdienst.)  Hochzeitstag und es macht tatsächlich immernoch Spaß verheiratet zu sein.
Fast hätte ich es vergessen. Eigentlich gibt es ja sogar schon 2 Bücher mit meinem Namen darin. Im Lyrik Band „Lyrischer Lorbeer 2011“ vom Lorbeer Verlag findet man ein kleines Gedicht von mir. „Glas„  gelangte auf Platz 41 von 433 Einsendungen und mit der Bestätigung bekam ich auch ein sehr schmeichelhaftes literaturwissenschaftliches Gutachten für mein Gedicht. Mein Gesicht trug ein ganzes Wochenende lang ein Dauergrinsen.

Ich danke allen Autoren, die den Weg auf meinen Blog gefunden haben und allen Verlagen, die mich immer mit neuen Buchstaben versorgen. Für nächstes Jahr gelobe ich Besserung, was meine Schreibgeschwindigkeit betrifft. Ich habe ein größeres Projekt in der Schublade, welches ich unbedingt ausarbeiten möchte. Vielleicht gelingt es mir mit eurer Hilfe.  Kritik und Lob haben mich schon immer motiviert.
Nächstes Jahr wird es meine Ruchrezensionen auch beim Online Magazin the SPINE geben, ich freu mich darauf.

Vielleicht ist es noch ein wenig früh für einen „Jahresrückblick“, aber Weihnachten wird etwas stressig und ich wollte nicht nur davon stammeln, wie sehr ich mich über mein *quietsch* mein Buch freue und wieder und wieder schreiben wie stolz ich bin, das wäre für euch sicherlich nicht sehr interessant geworden.

Ich wünsche euch einen schönen 4. Advent

eure Wortsplitter

Wohin hatte dieser vermaledeite Vogel sie geführt? Es war sowieso lächerlich, dass sie einem Spatz gefolgt war.

Na los Lassie, was soll ich hier?

Doch der kleine Spatz hopste herum, als wüsste er überhaupt nicht, dass er gemeint war. Sie hatte ihn Lassie genannt, weil er sich vor einer halben Stunde wie der Hund aus der alten Fernsehserie aufgeführt hatte. Er schilpte ganz aufgeregt und hopste dann davon, um kurz darauf wieder zurück zu fliegen und an ihrem Hosenbein zu picken. Das ganze wiederholte sich solange, bis Barbara sich erbarmte ihm zu folgen, wie einem Hund und jetzt tat er ganz harmlos.

Spielen wir plötzlich normaler Vogel, ja?

Barbara schüttelte den Kopf und sah sich um. Die kleine Seitengasse war ihr noch nie aufgefallen, obwohl sie Jahre lang, auf dem Weg vom Kinderheim zur Schule, daran vorbei gegangen sein musste. Sie stand vor einem großen Schaufenster und weil Lassie noch immer keine Anstalten machte, sich zu bewegen, zuckte sie mit den Schultern und schaute sich an, was der unscheinbare Laden anzubieten hatte.

Leise seufzte sie. Es war so ein Esoterikkram, Silberschmuck in Sonne, Mond und Sternform, billige Edelsteine, Tarrotkarten, Kerzen und Tee in ausgefallenen Geschmacksrichtungen.

Davon hatte sie die Nase voll, genau wie von den selbsternannten Hexenzirkeln. Das waren doch nur alles Schulmädchen, die sich etwas darauf einbildeten „besonders“ zu sein, auch wenn sich das Besondere auf die Vorliebe für schwarze Klamotten und hochnäsiges Geschwafel beschränkte.

Vielleicht war sie ungerecht, sicherlich waren nicht alle so, aber es fiel ihr schwer nicht enttäuscht zu sein.

In der heutigen Zeit eine Hexe zu sein, war wirklich nicht einfach. Da gab es diesen leidigen Schönheitswahn, der jede ordentliche Hexenwarze zur Herausforderung machte, die frechen Kinder, die sich nicht mehr erschrecken ließen und immer Widerworte geben mussten, von den Immobilienpreisen eines ordentlichen Hexenhäuschens mal ganz abgesehen. Auf der anderen Seite war es schon sehr beruhigend, dass man nicht mehr auf dem Scheiterhaufen landete, weil man neben einer verendeten Kuh stand. Und es war noch schwerer als Junghexe ohne Anleitung zu lernen, wie man eine richtige Hexe wird.

Ihre Mutter war eine richtige Hexe, auch wenn sie keine schwarzen Kleider trug oder nachts alberne Lieder sang, um die Mondgöttin um die Liebe des milchgesichtigen Jungen aus der Parallelklasse zu bitten. Aber ihre Mutter war nicht mehr da. Sie verschwand, als Barbara noch ganz klein war.

Es lagen auch einige Bücher im Schaufenster. Zwar war „Wassergymnastik – finden sie in den Wellen ihre innere Mitte“ kein Buch, dass sie interessierte, aber mit Kräuterwissen und historischen Erläuterungen zum Hexenkult konnte man selbst in einem Esoterikladen nicht viel falsch machen und wer weiß, vielleicht fand sie ja etwas Sinnvolles.

Obwohl es schon langsam dunkel wurde, brannte in dem Laden noch Licht. Zaghaft öffnete Barbara die Tür und erwartete ein mehr oder weniger melodisches Gebimmel. Es schien, dass so etwas zur Standardausrüstung eines jeden Esoterikgeschäftes gehörte. Aber es blieb still, als wollte die Tür sie nicht verschrecken. Das Innere des Ladens sah mehr nach Apotheke aus, als nach übersinnlichem Krimskrams. Alles war in übersichtlichen, hellen Regalen geräumt. Es roch sogar ein wenig nach Apotheke, der Geruch von Badezusatz und Hustenmedizin mischte sich angenehm mit Zitronenmelisse, alten Büchern und etwas, dass ihr aus der Kindheit bekannt vorkam. Barbara schloss die Augen und versuchte sich daran zu erinnern, was es war, doch sie sah nur die wenigen Erinnerungen an ihre Mutter, die wie alte, vergilbte Fotos in ihrem Kopf aufflackerten und die sie wie einen Schatz hütete.

Erleichtert stellte sie fest, dass sie hinter der dicken, weißen Holztheke keine Verkäuferin sah. Dafür war Lassie unbemerkt herein gehüpft und bekuckte sich die Federn der Traumfänger, die nach Größe sortiert von der Decke hingen. Barbara kam es fast so vor, als sähe der kleine, grau braune Vogel neidisch auf die farbenfrohen Flughilfen.

Wenn du möchtest, male ich dich an.“ schlug sie dem Tier vor und bekam ein lautes Schilpen als Antwort, welches sie schmunzelnd als empörtes „Nein“ interpretierte.

Ist ja schon gut.

Sie ging an einem Kalender mit Segenssprüchen von Engeln vorbei und durch Gänge angefüllt mit Räucherwerk und Ölen. Die Bücher über Kräuter fand sie weit hinten im Laden. Die praktischen Regale waren nach Kategorien und alphabetisch sortiert. Das gefiel Barbara. Sie selbst liebte die Ordnung, auch wenn die naseweisen Möchtegernhexen aus der Schule behaupteten, dass eine richtige Hexe das Chaos anbetete. Sie entschuldigten ihre eigene Liederlichkeit oftmals damit, dass die Natur ja auch chaotisch wäre. Aber Barbara sah das anders. Die Natur war ein Sinnbild der Struktur. Einiges war offensichtlich, wie das System der Jahreszeiten, anderes war schwerer zu durchblicken, zum Beispiel die evolutionäre Entwicklung von Flora und Fauna in gegenseitiger Abhängigkeit. Der Mensch an sich war eine systematische Komposition der Ausgewogenheit. Ihre Mutter sagte immer: „Ein Platz für alles, und alles an seinem Platz.“

Vielleicht würde sie nun öfter her kommen. Barbara fühlte sich wohl in den aufgeräumten Gängen, auch wenn sie zwischen „Nesselkraut – heilsam für Mensch und Tier“ und „Praxis des Schamanentums“ ein Buch über Outdoor-Camping fand. Jedenfalls gehörte alles in die Kategorie „Natur“, wie ein kleinen Schildchen oben am Regal Auskunft gab.

Neugierig suchte Barbara nach dem Schild auf dem „Geschichte“ stand. Als sie näher kam, sah sie, dass neben dem Bücherschrank ein weiterer Gang abzweigte. Weil er kaum beleuchtet war, hätte sie ihn fast übersehen. Naja eigentlich war es eher ein Kabuff, gerade tief genug, dass man beim vorbei gehen den antiken Schrank in der hinteren Ecke übersah. Dabei war die Holzarbeit eine wahre Schönheit. Die opulente und hervorragende Schnitzerei entsprach so gar nicht der sonstigen Ausstattung des Ladens. Die Holzwände waren mit einzelnen Blüten und schlanken Blätter verziert und oben saß, wie eine Krone, eine Lilie.

Auf der rechten Seite hing an einer Art Dorn, der aus den oberen Ecken ragte, ein Messingschild, glänzend poliert und doch sah man, wie alt das es war. Darauf stand in schnörkeliger Schrift „Geheime Schätze“.

Und kostbar sahen die Bücher in diesem Regal wirklich aus. Barbara roch das Leder, in das viele der alten Bücher gebunden waren.

Das Regalbrett in Augenhöhe war leicht gekippt und darauf lag, in der Mitte aufgeschlagen, ein einzelnes Buch. Wie gebannt starrte Barbara auf die geradlinige Handschrift, mit der die Seiten gefüllt waren.

Ein Grimoire!

Die heiser geflüsterten Worte erschreckten Barbara, die gar nicht bemerkt hatte, dass ihr der Gedanke aus dem Mund gehuscht war. Hastig schlug sie die Hände vor den Mund und schaute um die Ecke nach der Verkaufstheke, doch niemand schien sie gehört zu haben. Bis auf den kleinen Vogel war niemand zu sehen.

Passt du auf, Lassie? Wenn jemand kommt, warnst du mich mit einem lauten Tschilpen. Einverstanden?“ Der kleine Vogel piepste verschwörerisch.

Lächelnd drehte sich Barbara wieder zum Buch zurück. Sie platzte fast vor Neugierde, ob sie hier tatsächlich ein echtes Zauberbuch gefunden hatte. Vorsichtig blätterte sie die schweren Seiten um, auf denen jemand mit viel Sorgfalt Rezepte und Anleitungen für Rituale zusammen getragen hatte. Als sie mit den Fingerspitzen über die verblasste Tinte strich, fühlte sie die Magie, die darin gebunden war. Ihr schlug das Herz bis zum Hals. Sie hatte einen wahren Schatz gefunden und sie konnte die Finger nicht davon nehmen. Sicher war das Buch viel zu teuer für sie. Es zu kaufen, kam nicht in Frage und um so länger sie darin blätterte, um so größer war die Wahrscheinlichkeit, dass doch noch eine Verkäuferin auftauchte und sie davon jagte. Aber sie konnte es nicht einfach liegen lassen. Als wollte sie sich jede Seite einzeln einprägen, schlug sie eine nach der anderen um.

Sie war auf der ersten Seite angekommen. Jemand hatte sich viel Mühe gegeben den Titel mit kleinen Zeichnungen zu verzieren. Darunter stand in der ordentlichen Schrift, die Barbara so mochte, der Name der Hexe, der dieses Buch einst gehörte.

Für einen Moment konnte sich Barbara nicht bewegen, dann klappte sie das Buch zu und steckte es in ihre Tasche. Einfach so.

Als sie sich an den Traumfängern vorbei schlich, glaubte sie aus den Augenwinkeln zu sehen, wie die Augen der Pfauenfedern ihr verschwörerisch zu zwinkerten. Erst draußen bemerkte sie, dass sie den Atem angehalten hatte. Sie hatte noch nie in ihrem Leben etwas gestohlen und sie schämte sich schon jetzt dafür. Noch könnte sie es zurück bringen, denn niemand hatte sie bemerkt.

Barbara sah zu dem kleinen Vogel hinüber, der mit ihr hinaus geflattert war. Sie glaubte in den winzigen Kaffeebraunen Knopfaugen einen Vorwurf zu lesen.

Aber es ist das Buch meiner Mutter!“, stieß sie protestierend hervor und stürmte davon.

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Fingerübung
Muse Karfie:
Wassergymnastik, Tee, Kalender, Kaffee, Outdoor

Wenn es euch interessiert, ob Barbara das Buch wieder zurück bringt, wer ihr nun hilft eine richtige Hexe zu werden, was der kleine Vogel Lassie mit all dem zu tun hat und was man gegen Möchtegernhexen unternimmt, der schreibt mir bitte einen Kommentar. Vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung der Geschichte.

Na dann hab ich hier noch ein paar für Euch 24 Adventskalender, für jeden Tag einen. Bei einigen kann man was gewinnen, andere beschenken uns mit nützlichen Informationen oder sind einfach nur schön.

Damit es etwas übersichtlicher ist, hab ich die Links für Euch sortiert:

Verlage auf Facebook – möglicherweise muss man erst „Gefällt mir“ klicken, bevor man mitspielen kann.


  1. Ankerherz Verlag

  2. Rowohlt

  3. Bloomsbury Verlag

  4. Aufbau Verlag

  5. audio media verlag

  6 . Droemer Knaur

Verlage  mit einer Application, der man zustimmen muss:

  7. Blanvalet Verlag

  8. LYX

Verlage mit einer schön gestalteten Webseite:

  9. Piper Verlag

10. dtv – Deutscher Taschenbuch Verlag

11. Arena Verlag

Seiten rund ums Buch:

12. LoveLetter Magazin

13. Vorablesen

14. Berliner Büchertisch

15. Blogg dein Buch

16. Lovelybooks

17. Mayersche Buchhandlung

Buchblogs:

18. Bücherzauber

19. Vienna Writers Blog

20. Bibliothekarisch

21. Chaosweibs Chaos-Blog

22. Sonjas Bücherblog

Autoren:

23. Michaela Hammesfahr

24. Markus Walther

Was denn, ihr könnt noch nicht genug bekommen? Dann findet ihr hier vielleicht noch ein paar Kalender mehr.

Adventskalender Listen:

Happy-End-Bücher Blog

Bibliothekarisch

Der Bücherwahnsinn

Reicht es jetzt? Noch immer nicht? Dann hilft nur noch die Grinchtherapie *zwinker*

Ich wünsche euch allen eine schöne Adventszeit.

eure Wortsplitter

Danke für die tollen Bilder!

Quellennachweise der Bilddaten in auftretender Reihenfolge:

@Petra Bork                 / pixelio.de

@Peter Smola              / pixelio.de

@Petra Bork                 / pixelio.de

@Thomas Siepmann / pixelio.de

@Petra Bork                 / pixelio.de

Nachdem Cassandra im ersten Teil mehrfach um ihr Leben rennen und kämpfen musste, erfährt sie nun auch warum. Die Kraft der Pythia hatte entschieden, ausgerechnet sie als Erbe anzuerkennen und nun scheint es, als versuchte jeder, der etwas in der magischen Gemeinschaft etwas zu sagen hat, Kontrolle über ihr Leben zu erhalten, um sie zu manipulieren oder, wenn das nicht möglich, sie eben aus dem Weg zu räumen.

Auch im zweiten Teil hat Cassandra nicht weniger zu tun. Rasant versucht sie ihre Rivalin (um den Titel Pythia) Myra zu finden, die immer wieder die Vergangenheit manipuliert, um schlussendlich etwas zu bewirken, dass sie selbst an die Macht bringt. Sowohl der Senat (eine Gruppierung der Vampire), als auch der silberne Zirkel (Vereinigung der Magiebegabten) sind hinter ihr her, da sie versucht hat, sich ihrer Kontrolle zu entziehen. Auch Pritkin, ein Magier der schon im ersten Teil für viel Spaß sorgte und für Cassandra so erfreulich ist wie ein Pickel am A…. llerwertesten, versucht sie für seine eigenen Motive zu benutzen.

Immer noch hadert Cassandra mit ihrem Erbe, bald muss sie sich entscheiden, denn wieder einmal hat sie die Wahl zwischen Tod und Teufel. Als wäre das alles nicht genug, erfährt sie, dass Mircea, ein Vampir, der ihr im ersten Teil sehr nahe gekommen ist, ein Geish, einen Bann über sie gelegt hat, der sie schützen sollte und sie an ihn bindet. Doch etwas geht schief zwischen den Zeiten und der Bann bringt beide fast um den Verstand.

Viele Möglichkeiten also für Spannung und Erotik. Doch auch der Spaß kommt in diesem Teil nicht zu kurz, denn Cassie und Billy, ihre geisterhafte Lieblingsnervensäge, brachten mich oft mit ihrer humorvoll, ironischen Art zum Lachen und wenn dann noch uralte griechische Plagegeister auftauchen und mitspielen wollen, geht der Spaß erst richtig los.

Meine Lieblingsstelle ist, als Cassie die Nachahmungen mittelalterlicher Schilde entdeckt und deren lateinischen Wappensprüche entziffert. Sehr schön finde ich, -„Estne volumen in amiculum, an solum tibi libet me videre?
- „Ist das eine Schriftrolle unter deinem Mantel oder freust du dich so mich zu sehen?
Aber mein Lieblingsspruch ist „Prehende uxorem meam, sis!
- „Nehmt meine Frau, bitte!

Ein Fantasy-Actionabenteuer in bester Manier. Die erotischen Stellen sind nichts für zurückhaltende Gemüter (meines Erachtens auch nicht für minderjährige geeignet), jedoch ist das nur ein winzig kleines „Aber“ in einer ansonsten sehr lesenswerten Geschichte.

Ich habe den dritten Band schon in der Hand und kann es kaum erwarten weiter zu lesen.

Webseite der Autorin

Leseprobe in deutsch

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Kurzgeschichten zu den Serien

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„Touch the Dark“ ist das erste Buch einer Fantasy – Reihe mit Vampiren, Magiern, Göttern, mytischen Wesen, Feen… hab ich was vergessen? Womöglich, denn Karen Chance eröffnet in diesem Buch ein Feuerwerk fantastischer Elemente, die für den ein oder anderen vielleicht zu viel und zu schnell sein mögen, mich aber, wie man so schön sagt, im Sturm erobert hat.

Ich halte den deutschen Titel  „Untot mit Biss“ für unglücklich gewählt, wohl um ein wenig am Erfolg der „Biss-Reihe“ teilzuhaben. Doch dies hat das Buch gar nicht nötig.

Cassandra Palmer, benannt nach der griechischen Seherin Cassandra, ist eine begabte, aber ungeübte Hellseherin.
Antonio, ein Vampir, der sie nach dem Unfall ihrer Eltern aufnimmt und erzieht, achtet sehr darauf, dass ihre Fähigkeiten ihm zwar helfen, jedoch nicht stark genug werden, um ihm gefährlich zu werden. Umgeben von Grausamkeit und Gewalt, von furchtbaren Visionen heimgesucht, wird aus dem Mädchen Cassandra die starke und eigenwillige Frau Cassie. Zwar kann sie nicht verhindern, dass ihre Visionen dem verhassten Ziehvater seine Mafia-Geschäfte erleichtern oder gar ermöglichen, jedoch schafft sie es, ihre zweite Fähigkeit vor ihm zu verstecken. Cassie ist in der Lage Geister zu sehen und mit ihnen zu sprechen. Diese meist eher nervende Gabe hilft ihr jedoch bei der Flucht, als sie erfährt, dass Antonio etwas mit dem Tod ihrer Eltern zu tun hat. Aus dem Untergrund heraus versucht sie den Vampir auf Grund seiner Mafia-Geschäfte hinter Schloss und Riegel zu bringen, doch leider kommen sie und die Polizei zu spät. Antonio und alle Spuren sind verschwunden. Sie hat es nicht geschafft ihm Einhalt zu gebieten und doch konnte sie ihn genug schwächen, um sich seiner ewigen Rache sicher zu sein. Nicht nur, dass sie, sein wichtigster Besitz, verschwunden ist, nein sie hatte es auch gewagt, sich gegen ihn zu erheben.

3 Jahre lebte sie als Kronzeuge versteckt, dann findet er sie.
Auf dem Bildschirm ihres Bürorechners taucht eine, ihre, Todesanzeige auf, mit exakter Todesuhrzeit. Nun heißt es rennen.

Mit Hilfe von ihrem Lieblingsgeist Billy jagt sie durch eine turbulente und sehr spannende Geschichte. Karen Chance nutzt das erste Buch um den Leser in ihre eigene Welt der Fantasy einzuführen. Vampire, Magier, Feen und Fabelwesen leben zusammen in und hinter unserer Welt und Cassie wird bald eine wichtige Rolle spielen müssen. Ein längst vergessenes Erbe macht sie zu einem der begehrtesten Wesen für die vielen Parteien, jeder will die Möglichkeit der Macht in seine Hände bekommen.

Es ist vielleicht nicht immer leicht, den vielen Erklärungen zu folgen, wenn Karen Chance ihre Welt erklärt, doch für mich wurde es niemals langweilig, die verzwickten und manchmal recht amüsanten Verbindungen zu lesen.
Ein Politkrimi im Land der Mythen.

Manchmal kam mir die nicht immer unterschwellige Erotik zu aufgesetzt vor, als gehöre ein wenig Soft-Porno zum Genre. Doch die Charaktere und ihre Ambivalenz haben mir sehr gut gefallen und nun bin ich natürlich auch daran interessiert wie es in den nächsten Teilen weitergeht.

Über die Übersetzung des Buches in die deutsche Sprache kann ich nichts sagen, doch im englischen ist es flüssig und locker geschrieben. Passend zu der Hauptfigur Cassie ist die Sprache frech und resolut, wie ich es gern lese.

Auch wenn die Handlung durch die vielen Verstrickungen hier und da etwas schwächelt, ist es ein fantastisches Spaß-Buch.  Es ist wirklich toll, wie Karen Chance Altbekanntes nimmt, es in einen Würfelbecher packt und dann zusammen mit etwas Sturköpfigkeit und einem frechen Mundwerk eine Achterbahn hinunter rollt.

Webseite der Autorin

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wunderschöne Bilder zu den Büchern von Karen Chance

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Nach der Tradition des amerikanischen hardboiled detectives ist Schäfer ein Polizist am Rande des Abgrunds, doch erfrischender Weise keiner kurz vor einem Zusammenbruch, sondern danach. Im Gegensatz zu den vielen Ermittlern, die den Kampf gegen die eigene Hoffnungslosigkeit schon aufgegeben haben, kämpft Schäfer, nicht immer mit Erfolg, gegen die Wut und den kleinen depressiven Hamster im Mühlrad, den jeder mal in seinem Kopf hat. Es ist ein menschlicher Ermittler, den ich mir so auch tatsächlich vorstellen kann.

Ein bisschen eindimensional bleiben die anderen Teammitglieder. Sie wirken eher wie Statisten für den urigen Schäfer, auch wenn man die liebevollen Versuche des Autors merkt, ihnen allen eine einzigartige Persönlichkeit zu bescheren. Aber im dritten Teil einer Reihe kann man schwerlich jeden Charakter intensiv vorstellen, ohne sich aus den vorherigen Bänden zu wiederholen und Treugebliebene zu langweilen.

Vor Langeweile muss man sich jedoch beim Lesen von „Der bessere Mensch“ von Georg Haderer nicht fürchten. Es gibt einiges zu tun für Schäfer. Nicht nur der ungewöhnliche Mord, der gleich zu Beginn den Polizisten und seinen Magen auf eine harte Probe stellt. Es ist weniger der Anblick des von Säure zerfressenen Mannes, sondern mehr der Geruch der Phosphorsäure, mit welcher der Mörder das Böse aus dem Hass zerfressenem Hirn des Nazi zerstören wollte. Aber trotz einiger pikanter Spuren kommt das Team nicht recht voran. Das von den Medikamenten aufgeputschte Gehirn Schäfers will mit der Stagnation jedoch nicht so recht klar kommen. Und obwohl er versucht dem ständigen Gesumme seiner chemisch aufgewühlten Gedanken durch Sport Herr zu werden und es neben dem Säuremord auch noch gilt einen alten Fall zu bearbeiten, bricht die Unruhe ab und zu in kurzen Wutanfällen aus ihm heraus. Es ist der Tod dieses Mädchens, augenscheinlich ein sogenannter „Ehrenmord“, der aus Schäfer selbst ein bisschen das Böse heraus brechen lässt. Dieser Fehltritt ist folgenschwer, denn man versetzt ihn nach Salzburg und das obwohl gerade ein zweiter Mord mit Säure verübt worden ist, sein Assistent Bergmann im Krankenhaus liegt und die Spuren am Tatort alte Wunden wieder aufreißen.
In Salzburg scheint alles stillzustehen und gleichzeitig in mörderischem Tempo um ihn herum zu strömen, aber vielleicht sind das auch die Tabletten, deren Dosierung er eigenmächtig erhöht hat, weil er sich damit soviel besser, so viel besserer fühlt. Im Augenwinkel meint er immer wieder die Lösung seiner Fälle zu sehen, die richtigen Puzzleteile für die Ungereimtheiten, die ihn wie Bienen umschwirren und ihn noch wahnsinnig machen. Vielleicht schaffen sie es, denn um ehrlich zu sein, ich glaube, viel fehlt nicht mehr.

Aber irgendwie will es mich nicht mitreißen. Potenzial ist vorhanden, aber es packt mich nicht und das Sucht-artige Verhalten immer wieder zum Buch zu greifen, wissen zu müssen, wie es weiter geht, bleibt außen vor. Lange wusste ich nicht woran es liegt. Die Geschichte ist spannend, vielschichtig und für mich nicht leicht durchschaubar. Die Personen, besonders Schäfer sind interessant. Die Sprache etwas verschroben und, wie Thomas Lawall so treffend ausdrückt, mit „Hang zum gepflegten Schachtelsatz “ und gerade das mag ich besonders. Eine Sprache, die sich wie Schäfers Gedanken manchmal überschlägt und sich erholsam wenig mit Umgangssprache abgibt.

Was also ist der Grund für den verschleppenden Lesegenuß?
Es ist die zerrissene Krimihandlung. Als zum Ende hin sich Schäfer weniger mit sich selbst und mehr mit den Indizien und dem Fall beschäftigt, kommt alles erst richtig in Fahrt. Nun gehen die einzelnen Stränge und Themen Hand in Hand, verknoten sich und verweben sich ineinander und laufen nicht nacheinander in verschiedenen Tempos ab, sodass der Spannungsbogen rauf und runter hoppelt, wie Schäfers Serotoninspiegel. Im anfänglichen Teil des Buches prüngelt Schäfer mal an diesem mal an jedem Fall, schwimmt, radelt, rennt auf dem Drogenhoch oder gräbt sich aus diversen Stimmungslöchern, er gibt sich einem wunderbare, verbale Schlagabtausch nach dem anderen mit Bergmann hin oder hängt in den klebrigen Netzen seiner eigenen Gedanken fest. Das alles hab ich gern gelesen, aber es fügt sich nicht organischen ineinander. Die Handlung an sich bleibt etwas zäh, auch wenn es mir viel Spaß gemacht hat, Schäfer zu begleiten.

4 Sterne gibt es für den dritten Teil der Serie um diesen sympathischen österreichischen Polizisten, obwohl auch das Ende ein wenig unbefriedigend war.

Nicht nur Schäfer bleibt auf einigen offenen Fragen sitzen. Ich habe das Gefühl, dass schlussendlich die zerfaserte Struktur der Handlung ihren Tribut gezollt hat und nicht jeder verschwundene Faden vom Autor geplant fallengelassen wurde.

Trotz allem wären es 4 Sterne, wenn, ja wenn da nicht diese eine Stelle wäre:

Er setzte den Blinker, fuhr langsam vor und versuchte, rückwärts einzuparken. Keine Minute später das erste ungeduldige Hupen. Schäfer fluchte. Er hatte es noch nie wirklich gekonnt, dazu mit einem ungewohnten Auto. Als ihn das Hupkonzert hinter ihm so nervös gemacht hatte, dass er ohnehin keine Chance mehr sah, den Wagen unbeschadet in die Parklücke zu bringen, stieg er aus, ging zum ersten Fahrzeug des von ihm verursachten Staus und zückte, warum auch immer, seinen Dienstausweis. Eine junge Frau ließ das Fenster herunter und sah ihn grinsend an.
„Können Sie das?“, fragte er, ohne ihr in die Augen zu sehen.
Ohne eine Antwort stieg sie aus, ging zu seinem Wagen und schob ihn binnen dreißig Sekunden präzise zwischen die beiden anderen Autos.
„Danke“, meint Schäfer und verzog sich rasch in die nächste Gasse.
S.213

Für diese Szene im speziellen und den ehrlichen Humor von Georg Haderer im allgemeinen gibt einen extra Stern.

Es ist eine echte Empfehlung dieser Krimi. Trotz einiger Kritikpunkte schafft es die Geschichte mich zu begeistern über alles hinweg zu sehen und das, dies muss ich gestehen, hauptsächlich wegen Schäfer und ein wenig wegen Bergmann und, nicht zu vergessen, auf Grund der herrlichen verkopften Sprache. Ich werde die Ermittler in dieser Reihe sicherlich weiter begleiten und auch die beiden verpassten Bände irgendwo auftreiben und wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

Rezension von Thomas Lawall
„Der bessere Mensch“ beim Haymon Verlag

LESEPROBE von „Der bessere Mensch“
Reiheninfo
Georg Haderer