Nach der Tradition des amerikanischen hardboiled detectives ist Schäfer ein Polizist am Rande des Abgrunds, doch erfrischender Weise keiner kurz vor einem Zusammenbruch, sondern danach. Im Gegensatz zu den vielen Ermittlern, die den Kampf gegen die eigene Hoffnungslosigkeit schon aufgegeben haben, kämpft Schäfer, nicht immer mit Erfolg, gegen die Wut und den kleinen depressiven Hamster im Mühlrad, den jeder mal in seinem Kopf hat. Es ist ein menschlicher Ermittler, den ich mir so auch tatsächlich vorstellen kann. Den Rest des Beitrags lesen »

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„Für immer tot“ ist der 2. Teil der Krimireihe um den Totengräber Max Broll und es ist emotional aufreibend.

Bernhard Aichner - Für immer tot

Bernhard Aichner - Für immer tot

Jemand platziert in der Wohnung vom Max ein merkwürdiges Handy. Nur 6 Tasten, kein Display. Hinter einer der Tasten hört Max die Stimme seiner Stiefmutter Tilda, die ihm Furchtbares erzählt.
Lebendig begraben.
Sie wurde niedergeschlagen, verschleppt und lebendig begraben.
Aber sie hat ihren Entführer erkannt. Es ist Wagner der „Kindermacher“, den sie wegen Mordes an seine Frau vor Jahren ins Gefängnis gebracht hatte.
Dort ist er noch immer, verschlossen hinter Gitterstäben und von hohen Mauern umgeben, ohne Ausgang. Es ist unmöglich, dass er es gewesen ist.
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Edith Kneifl - Stadt der Schmerzen

Edith Kneifl - Stadt der Schmerzen

„Ein packendes Krimidrama“ und „raffinierte(r) Psychothriller“, wie der Text auf der Rückseite des Schutzumschlages verspricht, hatte ich gesucht, doch leider nicht gefunden. Dabei muss sich der außergewöhnliche Stadtführer mit Krimi-Note gar nicht hinter solch schlagkräftigen Genre-Schubladen verstecken. Und obwohl ich es genossen habe mit Katharina Kafka durch Florenz zu wandern und die Schönheit der Stadt zu bewundern, sind meine Erwartungen nicht erfüllt worden.
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Alred Komarek "Zwölf mal Polt"

Alfred Komarek hat uns mit „Zwölf mal Polt“ einen besonderen Einblick in das Leben des einmaligen Ermittlers Simon Polt gegeben und wer dem Polt und seiner Art verfallen ist, der wird in diesen Geschichten besondere Momente finden. Die Anekdoten erzählen vom Beginn seiner Gendarmenzeit und losen Enden, die verknüpft werden, bis hin zu … nun … sagen wir einem nein zwei einschneidenen, alles verändernden Erlebnissen.

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Polt - KriminalromanSimon Polt und mich trennen Welten. Es gibt 2 herausragende Merkmale, die uns voneinander unterscheiden. Die Hauptfigur in dem neuen Polt-Roman ist der altmodische, schweigsame ehemalige Gendarm des niederösterreichischen Wiesbachtal. Ich bin eine Großstadt-Quasselstrippe mit einer Dorfneurose. Doch zu meiner Überraschung nimmt mich die ruhige Art Polts schnell gefangen und immer wieder folge ich ihm zurück in sein Wiesbachtal, wo er mir die grimmig, ablehnenden Weinbauern näher bringt und mich sogar für die Kleinkrämerin Frau Habesam erwärmen kann. Sein Verständnis für das Menschliche wird zu meinem und ich kann verzeihen, für wenigstens 170 Seiten.

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Manfred Wieninger Prinzessin Rauschkind

M. Wieninger

„Prinzessin Rauschkind“ ist ein Krimi mit sehr starkem regionalem Bezug zu Harland, einem Stadtteil der niederöstereichischen Stadt St. Pölten. Der Autor Manfred Wieniger kennt sich aus, stammt er doch selbst aus Harland. Ob die Stadt jedoch froh darüber ist, Schauplatz der Miert-Krimis zu sein, bezweifle ich, denn sie erscheint mir grau und trostlos, nicht gerade ein idealer Ort für einen romantischen Kurzurlaub mit all den Korrupten und Verrückten. Aber vielleicht ist es auch Miert, der diese schwachen Charaktere geradezu magisch anzieht.

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Es ist gar nicht so einfach, ein Buch zu lesen, in dem es nur die wörtliche Rede gibt.
Als läge man im Koma und kann nur hören, was um einen herum passiert. Alles ist so präsent, weil alle anderen Sinne ausgeschaltet sind und nur noch der eine Sinn, der mit dem man die Worte wahr nimmt, ausgebildet, ja verschärft ist.
Ohne die Pausen von Zwischenteilen, Erzählungen und ungefährlichen Beschreibungen schreibt sich, so scheint es mir, alles irgendwann in GROSSBUCHSTABEN. Die Stimme des Autor wird zum Schreien, direkt in meinem Kopf.Hotschnig - Leonardos Hände

Nach der Fahrerflucht treibt es Kurt immer wieder zum einzig Überlebenden des Unfalls. Anna liegt im Koma und in seiner Fantasie malt er sich Gespräche mit ihr aus. Versucht seine Schuldgefühl zu bewältigen.

„Ich bin noch nicht tot, Kurt, auch wenn du dich bis jetzt nicht um mich gekümmert hast. Gekümmert hast du dich, ja, in deinem Kopf. Nicht um mich. Nur um dich. Bis jetzt hast du dich nur um dich gekümmert, um deine lächerliche Angst vor dir selber und um dich selbst.“

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Edith Kneifl - Schön tot

Edith Kneifl - Schön tot

Edith Kneifl hat wirklich einen angenehmen Erzählstil. Aus Sicht von Katharina Kafka, betritt der Leser den 5. Wiener Bezirk, das Margareten Viertel. Man erfährt viel von den Menschen und wie angenehm man dort abends ausgehen kann. Wer Wien und den Bezirk Margareten kennt, für den ist es bestimmt ein besonderes Vergnügen seine eigenen Lieblingsplätze hier wieder zu finden, denn Edith Kneifl ist bei der Beschreibung der Örtlichkeiten sehr originalgetreu. Auch finden sich die regionalen Größen im Buch wieder. Vom Margareter Bezirksvorsteher Kurt Wimmer und dem Gergely ist die Rede, welcher sich jedoch dezent im Hintergrund hält. Wimmer dagegen mischt aktiv im Geschehen mit. Katharina ist Kellnerin in einem der Lokale vom Gergely. Es ist schon zum Schmunzeln, dass sie es während des gesamten Buches nicht schafft, ihn einmal zu Gesicht zu bekommen, obwohl ihn sonst jeder zu kennen und zu mögen scheint und er doch gerade eben noch da war. Ein kurzer Blick auf die Seite mit dem Impressum zeigt, der Herr Gergely wars auch, der den Impuls zum Roman gab. Die Menschen im Viertel sind wie eine großen Familie, man kennt sich, man mag sich und man trifft sich in den Margareter Lokalen und Wirtschaften, auch Beisl genannt.

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23 Kurzgeschichten, die mich etwas ratlos zurück gelassen haben.

Klaus Merz – Am Fuß des Kamels

Einige der Geschichte sind etwas Besonderes und berühren mich auf eine sanfte, tiefe Weise.
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Alois Hotschnig - Die Kinder beruhigte das nicht

Alois Hotschnig - Die Kinder beruhigte das nicht

„Wer hat verloren?
Du, Dich? Ich, mich?
Oder Oder wir uns?

Jeanny, quit livin‘ on dreams
Jeanny, life is not what it seems „
(Zitat aus Jeanny, Part I, Falco, geisterte mir während des Lesens im Kopf herum)

Es sind 9 Alpträume, aus denen man völlig verunsichert erwacht, gerade bevor etwas Grauenvolles passiert.

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