Über dem Moor, dort wo die Wiesen langsam zum Sumpf werden, schwebt ein kleines, eisblaues Flämmchen. Ein zartes Wispern weht durch die Rispen des Grases, das über den Sumpf gewachsen ist und ihn harmlos aussehen lässt.
Hinter dichtem Gebüsch halten sich die drei Kinder erwartungsvoll an den Händen. Kein Ton kommt
ihnen über die Lippen, die zu einem erstauntem Ohh geformt sind. Das Mädchen mit dem hellblonden Wuschelkopf, klammert sich ängstlich an ihren
Bruder, als die Flamme beginnt zu wachsen. Mit zusammengekniffenen Zähnen erträgt dieser den schmerzhaften Griff seiner Schwester, ohne sich zu wehren. Thomas ist kaum älter als seine Schwester Lina. Sein Haar ist ebenso flachshell, aber kurz geschnitten und vor lauter Aufregung stehen sie wild und stachelig von seinem Kopf ab.

Langsam formt sich aus dem flackernden blauen Schimmer ein Körper. Ein Mädchen, fast noch ein kleines Kind, in bodenlangen, losen Gewändern, die sich im Wind der lauen Frühlingsnacht sacht bewegen. Die schmächtigen Hüften der leuchtenden Silhouette werden von lockigen Haaren umspielt.
Von ihr geht ein fahles, bläuliches Licht aus, welches dem Moor sein frisches Grün raubt, das der Frühling brachte und das Gras zu ihren Füßen, wie  etallene Dornen aussehen lässt.

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