„Das Überwinden von Grenzen öffnet Türen in uns, durch die Stück für Stück das Fremde sickert, um ein Teil von uns zu werden.“

Gernot Wolfram – Samuels ReiseGernot Wolfram
Samuels Reise
208 Seiten
Februar 2005
DVA
ISBN 978-3421058317



Ein Mann und ein Junge, die nichts verbindet als die Liebe zu einer Frau. Distanziert betrachten sie einander und werden, nicht ganz freiwillig, auf eine gemeinsame Reise geschickt. Es ist schwer für die beiden eigenwilligen Charaktere miteinander umzugehen. Der in sich gekehrte Übersetzer wird aus den Routinen seines Leben heraus gerissen und soll den Sohn seiner Freundin Anna nach Krakau begleiten. Samuel soll dort seinen Lieblingsschriftsteller treffen. Doch die Reise läuft von Anfang an nicht wie geplant. Der Junge stellt sich als ausgesprochen widerspenstig heraus und scheint fest entschlossen den überflüssigen Begleiter zu ignorieren. Immer wieder geht er eigene Wege.

Dann stellt sich die Begegnung mit dem bewunderten Schriftsteller als Täuschung heraus und der Junge verschwindet.

Die Suche nach Samuel schickt den Erzähler auf eine neue Reise, die ihn diesmal über die eigenen Grenzen gehen lassen.

Nähe und Distanz sind die Themen, um welche die Geschichte kreist. Wobei für mich mehr die Distanz als die Nähe spürbar ist, vielleicht weil der Erzähler sich seinen Abstand erhält, z.B durch seine Namenlosigkeit. Und es wirkt, als hätte er selbst nicht viel Interesse an anderen Menschen. Erst die selbstbewusste Lidia weckt seine Neugierde. Ich glaube, es ist ihre Unabhängigkeit, die angenehme, natürliche Distanz, die sein Wunsch nach Nähe weckt.

Dabei wird durch unterschiedliche Situationen der Einfluss von Wahrheit und Täuschung auf emotionale Nähe bzw. Distanz beleuchtet.
Kann man sich selbst gegenüber nur wahrhaftig sein, wenn man, zB. durch geografische Distanz, Abstand zu sich selbst hat?
Kann Nähe wahrhaftig sein, wenn sie aus Täuschung geboren ist?

Der Autor Gernot Wolfram arbeitet mit diesen Fragen auf verschiedenen Ebenen und mit einer Sprache, die mich an moderne Klavierstücke erinnert, nicht immer melodisch, aber kunstvoll und klingend.

Für mich bleibt Samuel in der gesamten Geschichte der interessantere Charakter. Doch leider erfahre ich nicht viel über über ihn, denn wir bleiben immer beim Erzähler, der mir aber durch seine Zaghaftigkeit und seine egoistische Passivität so gar nicht sympathisch wird.

„Samuels Reise“ ist eine Reise, die viel verändert, jedoch leider nicht mich.

Ihr meint Scifi ist nicht wirklich etwas für euch?

Ihr kennt Ender noch nicht!

Orson Scott Card @Nihonjoe

Orson Scott Card @Nihonjoe

Ender Wiggins ist die Hauptfigur einer Scifi-Reihe von Orson Scott Card und diese Bücher gehören in meiner Bibliothek wohl zu den meist gelesenen. Ich hätte euch jetzt gern ein Foto von dem zerlesenen ersten Band gezeigt, aber ich habe es verborgt. Ich habe es eigentlich immer verborgt, denn so ein Buch muss gelesen werden, immer in der Hoffnung, ich kann meine Begeisterung verteilen, wie eine hochansteckende Krankheit.
Dies hier wird ein sehr umfangreicher Artikel, denn es sind schließlich 8 Bücher, über die ich berichte. Daher habe ich den Inhalt wirklich nur sehr grob umrissen und schreibe mehr über das Lesegefühl, dass mir diese Geschichten vermittelt haben. Lasst Euch von der dem Begriff Scifi nicht in die Irre führen, denn Card erzählt fantastische Märchen über das Gute und das Schlechte im Menschen. Ausserirdische, Weltraumreisen, hochentwickelte Technik und ein intelligentes Computerprogramm sind dabei seine Wahl der Umgebung. Mit Cards Gabe des Erzählens, seinem Einfühlungvermögen und dem sprachlichen Talent webt er Geschichten über Personen, von denen man immer mehr erfahren möchte.
Ihr solltet Ender kennen lernen.

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