Anthologie – Stille Nacht ***(3/5)

04. Nov 2011

Wenn es draussen so richtig kalt ist, wenn der Wind pfeift, der Schnee klirrt und die dunkle Nacht scheinbar kein Ende haben will, dann sind ein paar romantische Geschichten genau das Richtige, um es wieder warm ums Herz werden zu lassen, besonders wenn die Romantik sich hinter einer ausgewachsenen Gänsehaut versteckt.

Tanja Heitmann (Hg.)
rororo rotfuchs
Taschenbuch, 192 S.
01.11.2011
978-3-499-21626-8

… Leseprobe

„Stille Nacht“ von rororo lag als Überraschungspaket in meinem Briefkasten und ich war skeptisch. „Magische Liebesgeschichten“? Ich? Ehrlich?

Im Klappentext stand dann etwas von romantisch schaurigen Geschichten und da ich es gern ein wenig gruselig mag, wollte ich dem Buch eine Chance geben.

6 fantastische Kurzgeschichten enthält „Stille Nacht“. Bei 186 Seiten sind die einzelnen Story nicht zu kurz. Spannung, Schreibstil und Lesevergnügen variieren natürlich ja nach Autorin, deshalb gebe ich hier mal einen kleinen Überblick.

Tanja Heitmann – Eine Spur von Rot

Eine Mischung aus Rotkäppchen und Romeo und Julia.
Die Geschichte ist niedlich, aber nicht unbedingt sehr schaurig. Tanja Heitmann schafft es jedoch durch ihre abwechslungsreiche und melodische Sprache ein Lesegefühl hervor zu zaubern, dass durch die Story allein nicht vorhanden wäre.

Gesa Schwartz – Das Herz in der Dunkelheit

Eine sehr schöne Geschichte in Anlehnung an das Märchen „Die Schöne und das Biest“. Die originelle Umsetzung alter Elemente und eine bildhafte Sprache schaffen eine sehr dichte Atmosphäre. Meine zweitliebste Geschichte in diesem Buch, auch wenn das Ende etwas schmachtig ist. Sie passt aber toll zu heißem Rooibos-Karamell Tee mit Zimtplätzchen.

Nina Blazon – Tom Jofnurs Lied

Diese Geschichte ist DAS Highlight der Anthologie. Die Story ist ein düsteres Märchen mit bitter-süßem Ende, das vor Kälte knirscht und erinnert mich vom Lesegefühl an „Die kleine Meerjungfrau“, auch wenn die Handlung eher an „Moby Dick“ erinnert. Genau die richtige Mischung aus Liebe, Fantasy und Schaurigem.

Anika Beer – Geisterwolf

Eine Geschichte von der Liebe, von Wiedergutmachung und Schicksal. Für meinen Geschmack war diese Story zu stereotyp, mit vielen Klischees; einfach zu viel „Und sie lebten glücklich, bis ans Ende ihrer Tage

M.F. Hammesfahr – Winterkinder

Mir hat die Idee gefallen, den Winter nicht als alten Gevatter Frost zu personifizieren, auch wenn die Story dann ein wenig oberflächlich blieb, mochte ich den Humor und freue ich mich auf ein Wiedersehen im Frühling.

Nora Melling – Raunächte

Eine Story allá „Taffe Frau sucht echten Kerl mit goldenem Herzen, der sie endlich mal so richtig küsst und dann alles wird gut.“ Aber auch wenn ich das Frauenbild nicht sehr anspruchsvoll finde, können die humorvollen Dialoge und Fantastischen Elemente ein wenig wieder gut machen.

Sechs Kurzgeschichten, alle anders und wenn man sich vor ein wenig schmachtigem Herzschmerz nicht scheut, jede für sich lesenswert.

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