Der Weltenbaum XI – die grüne Weltenblüte

16. Dez 2010

Teil 10
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Als am nächsten Morgen die Sonne aufgeht, steht Frek auf der Terrasse der Akademie und starrt gedankenverloren auf die hoch aufragenden Berge des Himmelsgebirges.

Er bemerkt den Älteren erst, als dieser eine Hand auf seine Schulter legt. „Guten Morgen Frederick.
Ich habe mit dem Dekan gesprochen und wenn du möchtest, kannst du noch heute deine Magisterprüfung ablegen.“

Lächelnd dreht sich der Magier zu seinem ehemaligen Lehrer um.
Guten Morgen.“, erwidert er und verstummt dann unsicher.

Du sagtest doch, das du deshalb gekommen bist?„, fragt der Ältere, verwundert über das Zögern des Magiers. „Du warst länger unterwegs, als die meisten von uns, du wirst den Schülern viel beibringen können.“
Der Magister klopft Frek anerkennend auf die Schulter, der noch immer schweigt.

Mit einem Räuspern betritt Andesit die Terrasse. „Frek?“

Mit einem weiteren Schulterklopfen lässt der Magister die beiden allein, auch er hatte den harten Ton in der Stimme des Zwergen gehört.

Was hast du vor?“
Der Zwerg verzieht kaum eine Miene, doch unter den steinernen Gesichtszügen versteckt er seine Empörung und die Enttäuschung nur schlecht für jemanden, der ihn so gut kennte, wie Frek.
Magisterprüfung? Und was ist mit Shania?“

Frek seufzt, beschähmt dreht sich sich weg, doch es ist Wut, die zu hören ist, als er nun endlich doch beginnt zu sprechen. Leise, verhaltende Wut, die Art, die tief aus sich selbst hervor steigt und nach Schuld schmeckt. 
Was Fabales vor hat, ist Wahnsinn. Allein die Reise nach Coperto ist gefährlich genug, abgesehen von den Schatten und der Prüfung. Was passiert wenn wir durch das Tor gehen? Wer sagt, dass wir jemals einen Weg zurück finden? Und wir wissen noch nicht mal, ob Shania dort sein wird oder überhaupt noch am Leben ist. Willst du wirklich das Risiko eingehen?
Die ersten Worte waren noch leise, doch um so mehr er endlich aussspricht, was schon so lange ungesagt geblieben war, um so lauter wird er. Es ist nicht sein Fehler, dass er als Einziger sieht, wie unvernünftig ihr Unterfangen ist. 
Und da war das Leben, dass er führen würde, nun da er endlich Magister werden darf.

Fabales braucht uns jetzt. Du darfst ihn nicht im Stich lassen.“, murmelt Andesit. Auch er hatte den Elfen gesehen und seine Unruhe gespürt. Fabales entglitt ihm mehr und mehr, doch gerade deshalb, musste sie jetzt zu ihm halten.
„Wir schulden ihm weit mehr als das.“

Und dann war doch noch die irrige und winzige Hoffnung, dass Shania da draussen war und auf ihre Retter hoffte. Shania…
Ich weiß…“ erwidert Frek.

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