Der Weltenbaum X – zwischen den Welten

09. Dez 2010

Teil 9
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Fabales erkennt die düstere Umgebung sofort wieder. Suchend blickt er sich um.

„Fabales, endlich, ich dachte, ich würde es nicht schaffen.“, erleichtert wirft sich die fremdartige Frau in seine Arme und haucht dann ihm schüchtern einen Kuss auf die Wange.

„Das du was nicht schaffen würdest?“

Die Freude Vallaria wiederzusehen ist überraschend, doch bevor sich Fabales darüber Gedanken machen kann, erklärt sie:
„In unserer Welt gibt es die Legende vom Weltenbaum.“

Der Elf starrt Val an. Obwohl es in seinen Gedanken drunter und drüber geht, zeigt sich auf seinem Gesicht keine Regung.

„Es heißt, in jeder Welt gibt es eine Planze, die als Portal in andere Welten führt. Unserer Wissenschaftler wollten in der Lage sein, das Portal dieser Welt zu kontrollieren und sie wollten gleichzeitig in der Lage sein, die Wesen anderer Welten manipulieren.“

Vallaria schweigt einen Moment und sieht Fabales in das fragende Gesicht. In seinen Augen flackert nur mühsam unterdrückte Aufregung.
Sie ist sich nicht sicher, ob es eine gute Idee ist, ihm davon zu erzählen, aber er ist der Einzige, der einem Freund am nächsten kommt.

Stockend und unsicher fährt sie fort, ohne ihn aus den Augen zu lassen.
„Es ist immer eine Pflanze, ein Abbild des Baumes selbst. Verstehst du?“
Natürlich versteht er nicht, wie soll er auch. „… In dieser Welt… bin ich das Portal.“

Fabales schweigt noch immer. In seinem Kopf rasen die Gedanken von einer Information zur anderen. Es ist wirklich sein Baum. Und Vallaria ist ein Portal? Kann sie ihn zu Shania bringen? Wie war das überhaupt möglich? Und … wenn Vallaria eine Pflanze ist, möglicherweise durch Magie erschaffen, dann würde das seine Verbundenheit mit ihr erklären.

Es ist schwer für Vallaria die Stille zu ertragen, denn noch immer hat der Elf nichts gesagt. Um seinem Blick auszuweichen, der sie zu durchbohren scheint, redet sie weiter.
„Sie wollen mich benutzen, damit ich ihnen den Weg in andere Welten ermögliche, damit sie dort die Macht ergreifen können. Die Macht des Baumes wird immer stärker in mir, deshalb kann ich dich in unseren Träumen zu mir holen.“

„Wer Sie?“, bricht Fabales plötzlich sein Schweigen. Wenn sie hier gefangen gehalten wird, würde das diesen Ort erklären. Es ist ein Gefängnis, ihr Gefängnis. Freiwillig kann eine Pflanze nicht an so einem düsteren Ort sein wollen.

„Die Wissenschaftler, die mich erschaffen haben. Aber ich will es nicht tun. Ich will mit dir gehen.“ Vallaria ist sich bewusst, dass die Anziehungkraft, die dieser Fremde auf sie ausübt, wahrscheinlich einzig aus ihrer Einsamkeit entsteht und es keinen Grund gibt, auf Erwiderung zu hoffen.
Sieh sieht Fabales in die Augen, auf der Suche nach einem kleinen Hinweis, dann wendet sie sich plötzlich müde ab.

Es berührt den Elfen, sie so traurig zu sehen und instinktiv tritt er an sie heran, um sie zu umarmen.
„Warum gehst du dann nicht? Du bist das Tor, wer sollte dich aufhalten?“ flüstert er ihr zu.
Und vielleicht kann sie ihm ja auch helfen Shania zu finden.

Der unerwartete Gedanken an seine Geliebte trifft ihn wie ein Schlag und reißt ihn aus dem Traum.

Wie ein Echo hört er beim Erwachen die Stimme Vallarias nach ihm rufen: „Bitte lass mich nicht allein!“

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One Response to “Der Weltenbaum X – zwischen den Welten”


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