Der Weltenbaum VI – die grüne Weltenblüte

11. Nov 2010

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Es ist eine hektische Reise in die Stadt der Gildenmagier. Fabales bemerkt in seiner Eile nicht, dass Andesit große Wegstrecken im Laufen zurücklegen muss, doch dieser beschwert sich nie. Frek dagegen macht zwischen keuchenden Atemzügen immer wieder seinem Unmut Luft.
Doch keiner von den beiden bittet Fabales um weniger Hast. Sie wissen, was Fabales treibt. Irgendwo wartet Shania auf ihre Hilfe. Dieser Gedanke spornt sie an.

Lagerfeuer

Fabales und Andesit brauchen keine Ruhe. Beide können notfalls mehrere Tage durchhalten. Doch geschwächt von dem Fluch und der gesprochenen Magie, fallen Frek bald die Augen zu. Als es zu dunkel für die müden, menschlichen Augen wird und Frek immer öfter stolpert, schlagen sie, trotz der Ungeduld Fabales, ein schnelles Lager auf.
Frek schläft fast sofort ein. Sonst hatte er Shania immer noch leise seine Gedichte oder aus einem der Bücher vorgelesen, die er überall mit sich herum schleppt. Aber ohne sie…

Während der Magier vor sich hin schnarcht, sitzen der Elf und sein zwergischer Freund am Feuer und starren in die Flammen. Die Ruhe macht deutlich, wie sehr die Elfin fehlt. Shania hatte die ungleichen Charaktere zusammen gehalten. Sie konnte zwar nicht besonders gut kochen, aber sie tat es mit Enthusiasmus und Überzeugung und beim gemeinsame Mahl sprachen sie zusammen über alles mögliche. Es machte sie im Laufe der Jahre zu einer Familie. Shania machte sie zu einer Familie.
Als das Knacken der Scheite so laut wird, dass die Stille dazwischen kaum noch zu ertragen ist, bricht Andesit das Schweigen.
„Willst du es mir erzählen?“
Sein sorgenvolles Gesicht wird von hektischen Schatten verdeckt.

Für einen Moment denkt Fabales darüber nach, ihm von seinen Bedenken zu erzählen oder von dem Traum. Was soll er auch sagen. Er kann sich selbst kaum die vielen widersprüchlichen Gefühle eingestehen, die Angst und Verzweiflung, die Einsamkeit und die Sehnsucht nach einem Traum. Er trauert um Shania, aber immer wieder bemerkt er, wie seine Gedanken bei diesem grünen Wesen sind, bei Vallaria. Dann sieht er Shania vor sich, die ihn mit ihren fuschsiafarben Augen bekümmert ansieht. Ihre Augen haben fast die selbe Farbe, wie die von Shania, doch um so viel intensiver.

Der Rauch des Feuers schmeckt bitter nach Zweifel und Schuld. Mit einem leisen Stöhnen stürmt er in die Dunkelheit des Waldes und lässt seinen Freund ohne eine Antwort zurück.

Von nun an verschwindet Fabales jede Nacht auf dem Weg zur Akademie im Wald, als würde er dem Schlaf aus dem Weg gehen wollen.

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4 Responses to “Der Weltenbaum VI – die grüne Weltenblüte”

  1. Thomas Says:

    „Der Rauch des Feuers schmeckt bitter nach Zweifel und Schuld.“ Tolle Stelle! Man hört das Feuer knistern und die Dunkelheit des Waldes scheint greifbar zu sein …

  2. Stephie Says:

    Huhu,

    der Link, den du bei mir gepostet hast, funktioniert leider nicht. Aber ich danke dir trotzdem dafür 😉

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