Nicolet Steemers – Vertrau mir blind **** (4/5)

28. Jul 2010

I am so glad you locked me up“ 

 Ich bin noch ein wenig geplättet. Das Ende des nur 300 Taschenbuchseiten starken Thrillers von Nicolet Steemers hatte es in sich. Es hat mich mitgenommen, in die Geschichte, aber auch emotional.
 

Nicolet Steemers - Vertrau mir blind
Nicolet Steemers – Vertrau mir blind

Ich hatte mir dieses Buch heraus gesucht, weil ich mal wieder Lust auf einen guten Thriller hatte. Aber ich hatte die sich wiederholenden Geschichten satt, in denen es schon mit blutigen Morden an jungen unschuldigen Mädchen losgeht oder menschlich zerrüttete Ermittler mit ihren Macken die Sympathie ihrer Leser erreichen wollen.
„Vertrau mir blind“ beginnt mit einem Happy End. 

 Mila taucht nach Monate langer, vergeblicher Suche nach ihr wieder auf.
Ihr Verhalten ist scheu und verschlossen. Alles ganz normal, sagt man Heleen, der Mutter, immer wieder. Sie versucht es zu glauben, bis Mila wieder verschwindet, diesmal mit einem Abschiedsbrief und der Bitte nicht nach ihr zu suchen.
Weder die Polizei noch ihr Exmann wollen ihr glauben, dass da etwas nicht stimmt, nicht einmal als Milas Ex-Freund stirbt. Wenn es nach allen anderen geht, war es eine Überdosis, doch vor seinem Tod hatte er Milas Mutter Beunruhigendes angedeutet. Heleen begibt sich auf eine mühsame und einsame Suche, doch sie findet nur winzige Buchstücke, die einfach kein Bild zu ergeben scheinen. Bis es ihr wie Schuppen von den Augen fällt. 

 Schon im ersten Drittel überkam mich eine Ahnung, aber trotzdem war ich bis zum Ende gefesselt. Sprachlich ist das Buch manchmal etwas ungeschliffen und holpert hier und da. Da ich die Übersetzung von Isabel Hessel gelesen habe, kann ich nicht sagen, ob es im niederländischen Original auch so ist.  Und wenn man arg kritisch sein will, kann man über kleine Phasen der Stagnation reden oder über konstruierte Handlungshilfen. Das möchte ich aber nicht, denn mir hat das Lesen der Geschichte wirklich Spaß gemacht.
Das Buch lebt von den Emotionen der Hauptfigur, vor allem Heleens. Diese werden intensiv und schonungslos dargestellt. Ein Thriller, der ohne übermäßiges Gemetzel auskommt. Dafür ist die psychische Gewalt, die Mila angetan wird um so drastischer. Das war es auch, was mich so mitgenommen hat. 

Ein spannender Thriller, mit einem anderen Ansatz. Kein absolutes Highlight, aber für mich nahe genug dran. 

 vielen Dank an den Verlag Droemer & Knaur
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