Der Weltenbaum VII – die grüne Weltenblüte

18. Nov 2010

Teil 6
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Es ist früh am Abend, als sich die hohen Türme der Akademie endlich gegen die Dämmerung abzeichnen.
Doch als sie an den Stufen der Bibliothek vorbei zur Halle gehen, hat die Dunkelheit hat sie schon eingeholt.

Fredereck Holliander Julsver von Birkenweiler, bist du gekommen um die Magisterprüfung abzulegen? Wir haben ewig nichts von dir gehört. Lass dich ansehen! Wir hatten dich schon vor Jahren erwartet.“
Es ist ein großes Schulterklopfen und Händeschütteln, als sie endlich die Eingangshalle der Akademie erreichen. Auf die Frage nach der Prüfung schüttelt Frek überrascht den Kopf.
Nein, ich.. also vielleicht.“ Ein schneller Seitenblick auf Fabales lässt ihn schuldbewusst zusammenzucken.

Bibliothekskeller

Die Jahre des Reisens sind für einen Gildenmagier die Vorbereitung auf eine Magisterstelle. Und es war immer Freks Wunsch gewesen, als Magister an der Akademie von seinen Reisen zu berichten und seine Studien in einem gut bestückten Laboratorium zu führen. Fast hatte er vergessen, wie sehr er sich ein ruhiges Leben zwischen den unendlichen vielen Büchern der hohen Bibliothek gewünscht hatte. Nun wo Shania tot war, wäre es vielleicht der passende Moment.

Frek!“, die sonst sanfte und melodische Stimme des Elfen dringt gepresst durch die Menge und der Magier fühlt einen drängenden Blick auf sich.
Shania ist nicht tot, noch gibt es Hoffnung.

Magister,…“, beginnt Frek zerknirscht. „wir sind hier, weil wir nach der Legende von Coperto suchen.“

Überrascht hebt der Lehrer die Brauen. „Wie seltsam. Erst vor Kurzem erreichte uns eine Anfrage na…

Ich weiß.“, fällt Frek dem alten Magier ins Wort. „In dem Schreiben an den Gildenfremden habt ihr geschrieben, dass er keine Einsicht bekommt, nicht aber, dass es keine Unterlagen gibt. Ich muss sie sehen!

Der gestrige Abend war lang für Frek. Er hatte es nicht übers Herz gebracht, die Wiedersehensfreude seiner lang vermissten Kollegen und Bekannten mit einem frühen Zubettgehen zu enttäuschen. Und doch quält er sich noch vor Sonnenaufgang aus dem Bett in die Bibliothek. Noch gestern hatte er sich die Erlaubnis des Dekans geholt, die nötigen Unterlagen einzusehen, sollte er sie finden. Dies erwies sich als schwieriger als erwartet, denn die ältesten Dokumente der Gilde werden im Keller des Turm gelagert. Dort ist es eng und staubig.

Fabales hält es nur wenige Augenblicke in dem muffigen Ort aus. Von einer inneren Unruhe getrieben, sind die beklemmenden Räume für ihn unerträglich.
Und doch kommt er immer wieder hier herunter, um dem Magier über die Schulter zu sehen, bis sich Andesit erbarmt und dem Elfen sanft eine Hand auf den Arm legt.

Lass den Bücherwurm in Ruhe arbeiten.“

Der unnachgiebige Blick und das sanfte Schieben des Zwerges bringen den Elfen schließlich dazu, sich aus dem Keller zurückzuziehen.

Die Sonne verschwindet langsam hinter den Wolken, die Fabales an Vallarias Augen erinnern.
Es ist für alle ein anstrengender Tag gewesen.

Ich habe etwas gefunden.“

Erleichtert wendet sich der Elf von den beunruhigenden Wolken ab und dreht sich zum Magier, der gerade die Terasse betreten hat. Frek blinzelt gegen die Helligkeit und schüttelt sich, um ein paar Flusen loszuwerden. Aber es hilft nichts. Er hat das Gefühl, dass ihm der Staub uralter Schlaflosigkeit sogar bis unter die Haut gekrochen ist.  Nachdem er sich über die Augen gerieben hat, liest er die Textpassage vor, die er aus einem vergessenen Entwurf einer wissenschaftlichen Arbeit abgeschrieben hat. Irgendjemand hatte sich vor langer Zeit die Mühe gemacht und die Hinweise auf den Vergessenen Ort zusammen zu tragen, dabei aber nicht daran gedacht seine Informationen mit geograpischen Abhandlungen in Zusammenhang zu bringen. Ohne das Manuskript hätte es Frek jedoch nie in dieser kurzen Zeit geschafft, auch nur ansatzweise etwas herauszufinden. Das es ihm dennoch gelungen ist, verdanken sie mehr dem Glück als Freks Talent als Bibliothekar.

Himmelsgebirge also.“ überlegt Andesit laut.

Nach endlosem Wälzen staubiger Pergamente glaube ich auch zu wissen wo.“

Fabales sieht den Magier ungläubig. „Du hast Coperto gefunden?“

Frek nickt und kann sich, trotz der angespannten Situation, nicht einen Anflug von Stolz verkneifen., der sich jedoch schnell verflüchtigt.
Über die Prüfung des Geistes konnte ich jedoch nichts finden.“, die Stimme des Magiers ist leise, „Tut mir leid. Ich weiß, wie wichtig dir das ist.“

Doch der Elf schüttelt nur den Kopf.

Mach dir darüber keine Sorgen.“ Das Gesicht des Elfen hatte jegliches Lächeln verloren. Noch einmal wirft er den rosa Wolken einen Blick zu und verschwindet dann.

Nein, darüber mache ich mir keine Sorgen.“, flüstert der Magier, nachdem sein Freund im dichten bepflanzten Teil des Akademiegartens verschwunden ist.

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4 Responses to “Der Weltenbaum VII – die grüne Weltenblüte”


  1. Muß dir mal schnell gratulieren, da ich gerade die Mail von Epidu gelesen habe. Also… GLÜCKWUNSCH, dass du bei der Zeitsprung-Anthologie dabei bist.
    Liebe Grüße Petra

  2. Thomas Sagt:

    Ich würde eine Sternevergabe – egal in welcher Höhe – nicht thematisieren. Du kennst die Qualität deiner Sachen, und das genügt vollkommen. Wie andere das bewerten, ist doch allerhöchstens von zweitem Rang.

    Ach, die Illus machst du ebenfalls selbst? Schande, dass mir das bis heute entgangen ist. Der Bibliothekskeller sieht phantastisch aus. Was ist denn das für eine Technik? Falls geheim, vergiss die Frage …

  3. wortsplitter Sagt:

    natürlich darf jeder seine Meinung über meine Geschichten haben und da ich die Sternebewertung freigeschaltet habe, ist es völlig in Ordnung, wenn man auch nur einen Stern vergibt. Ich finde es aber schade, wenn man dann nicht dazu schreibt, warum die Geschichte in seinen Augen so schlecht ist. Schließlich möchte ich mich verbessern und ich kann nur aus Kritik lernen. Schade, dass man in solchen Fällen nicht den Mut beweißt, öffentlich zu seiner Meinung zu stehen, besonders wenn man die Geschichte nichteinmal gelesen hat.

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